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Kundgebung vom 26.10.19

Zeit für Zivilen Ungehorsam

Mehr als zwei Stunden lang diskutierten die Teilnehmer*innen der Kundgebung am 26.10. öffentlich über Zivilen Ungehorsam als mögliches Mittel, um zur Abwendung der Klimakatastrophe wirksam beizutragen.

Um die 40 Menschen kamen am Kirchplatz St. Stephan um „5 vor 12“ zusammen und dachten gemeinsam und laut nach: Ist Ziviler Ungehorsam das Mittel, mit dem wir die Regierungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene endlich dazu bringen, die Klimakrise ernst zu nehmen und entschieden zu handeln? Ganz überwiegend waren die Teilnehmer*innen der Ansicht: JA!

Ja, wir müssen zu Mitteln des Zivilen Ungehorsams greifen, nicht zuletzt um deutlich zu machen, wie ernst es uns ist.

In der Diskussion ging es auch darum, welche Form der Ungehorsam haben sollte. Einerseits soll er in das Unrecht der übermäßigen Emission von Treibhausgasen symbolisch und real eingreifen. Andererseits soll dieses Zeichen auch von den Menschen verstanden werden, die sich bis jetzt neutral verhalten oder sogar an klimaschädlichem Konsumverhalten festhalten wollen.

Gegen Ende der Versammlung zeichnete sich ab, dass einige der Teilnehmer*innen bereit sind, konkret über nächste Schritte in den Zivilen Ungehorsam nachzudenken. Wer sich dem anschliessen möchte, ist herzlich eingeladen. Kontakt über info@parents4future-ka.de.

Aufruf zur Fridays for Future Demonstration am 25.10.

Parents For Future KA schließt sich dem folgenden Aufruf von Fridays for Future KA an:

Liebe Leute,

am 25.10. demonstriert Fridays for Future wieder. Dieses Mal ab 14 Uhr am Schlossplatz. ((Der späte Beginn ist eine Chance für diejenigen, die morgens nicht können, zu zeigen, dass ihnen der Klimaschutz auch wichtig ist.))

Unsere letzte Demonstration am 20.09. war ein großer Erfolg, über 20.000 Menschen sind an diesem Tag in Karlsruhe auf die Straßen gegangen, bundesweit waren es sogar 1,4 Millionen (!). Jedoch hat die Bundesregierung noch am selben Tag ein „Klimapaket“ beschlossen, das man nur als ungenügend bezeichnen kann.

Es wurden zwar kleine Schritte in Richtung Klimaschutz unternommen, doch diese sind völlig unzureichend und mutlos.

Zum Beispiel soll der Kohleausstieg erst 2038 erfolgen, dabei wäre er bereits im Jahr 2030 möglich. Und der beschlossene Emissionshandel soll erst zum Jahr 2021, statt so bald wie möglich eingeführt werden und selbst dann wird der Einstiegspreis von 10 € das bleiben was er ist: ein schlechter Witz, über den künftige Gerationen absolut nicht lachen können.

Fridays for Future fordert Klimagerechtigkeit, doch diesem Ziel wird teilweise aktiv entgegengewirkt. Die Erhöhung der Pendlerpauschale hilft den armen Menschen in diesem Land nicht, denn die Pendlerpauschale ist eine Steuererleichterung. Wer aber nicht genug Geld verdient um Steuern zu zahlen, dem können diese auch nicht erlassen werden. Den Windkraftausbau behindert die Bundesregierung sogar aktiv; durch die neue Abstandsregel dürfen Windräder nur noch 1000 Meter entfernt von Häusern aufgestellt werden.

Dem allen stellen wir uns entgegen und hoffen, dass so viele Menschen wie möglich auf unsere Demo kommen.

FÜR DAS KLIMA und FÜR KOMMENDE GENERATIONEN!

Bitte erzählt euren Freunden von der Demonstration oder leitet diesen Aufruf weiter.

Erneuerbare Energien senken den Strompreis!

Wieder einmal

Kommentare zur EEG-Umlage BNN 16.10.19

Zum Kommentar „Wo bleibt die Gegenleistung“ von Mario Beltschak, BNN vom 16.10.2019

Die EEG-Umlage steigt 2020 – um 0,35 ct je kWh. Und wieder und wieder wird damit der falsche Eindruck erweckt, dass durch den Ausbau der erneuerbaren Energien die Strompreise steigen würden. Auch in den BNN.

Tatsächlich wirkt sich der Zubau an erneuerbaren Energien meist senkend auf die Börsenstrompreise aus (Merit-Order-Effekt). Durch sinkende Börsenpreise steigt wiederum die EEG-Umlage, weil sie den Mehrpreis erneuerbarer Energien gegenüber dem Börsenpreis wiedergibt.

Zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuelle Studie der Universität Erlangen-Nürnberg [1]. Sie bestätigt, dass der Zubau der Ökoenergien eine dämpfende Wirkung auf die Strompreis-Bildung an der Börse hat. Erneuerbare Energien sorgten für fallende Großhandelspreise und sparten bundesdeutschen Letztverbrauchern im Zeitraum 2011 bis 2018 insgesamt etwa 70 Mrd. Euro ein. Seit 2013 blieben die Endverbraucherpreise für Haushaltskunden dadurch weitgehend konstant, der weitere Anstieg der EEG-Umlage wurde durch die sinkenden Großhandelspreise kompensiert.

Das ist ein Teil der Gegenleistung – eine weitere Gegenleistung ist der wichtige Beitrag der erneuerbaren Energien zum Klimaschutz. Der bewusst erzeugte falsche Eindruck, dass durch den Ausbau der Erneuerbaren die Strompreise steigen würden, führte in der Vergangenheit immer wieder zur politischen Forderung, den Ökostromausbau auszubremsen. Dabei brauchen wir dringend einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien!

Die EEG-Umlage zahlen die kleinen Energieverbraucher, während Industriekonzerne und andere Großverbraucher von der EEG-Umlage ausgenommen werden und zusätzlich von sinkenden Börsenstrompreisen profitieren. Darüber sollte diskutiert werden, anstatt den erneuerbaren Energien den schwarzen Peter zuzuschieben und die EEG-Umlage zum Fass ohne Boden zu erklären.

[1] Sebastian Kolb et al.: „Deutschland ohne erneuerbare Energien?“ –Ein Update für die Jahre 2014 bis 2018 – Stromkosten und Versorgungssicherheit ohne die Einspeisung erneuerbarer Energien, Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Auftrag der EWS

Bienen sind wichtiger Teil der Artenvielfalt

Freiburger Bienenforscherin spricht zur Bedeutung der Biodiversität

Die renommierte Freiburger Bienenforscherin und Biologin Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein wird am Sonntag, den 20. Oktober 2019, über die Bedeutung der Bienen für die Biodiversität in unserer Kulturlandschaft sprechen und dabei auch auf das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ eingehen. Den Vortrag hält sie anlässlich der Preisverleihung des Herrenalber Akademiepreises 2019, mit dem sie an dem Tag ausgezeichnet wird. Der Preis würdigt ihre Forschungen für Artenschutz, Biodiversität und Landnutzungskonzepte. Mehrere Fernsehdokumentationen zur Bedeutung der Artenvielfalt und den Auswirkungen des Artensterbens wurden maßgeblich geprägt von Kleins Forschungen und machten das Thema für eine breite Öffentlichkeit zugänglich.

Zum Vortrag der Preisverleihung lädt die Evangelische Akademie Baden am 20.10.2019 um 11.45 Uhr nach Bad Herrenalb (Dobler Str. 51) ein. Der Festakt beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst. 

Der Eintritt ist frei.
Ausführliches Programm unter evakad.de/prog201921

PROTEST! Auf nach Ettlingen

Parents For Future KA schließt sich dem Aufruf von Fridays for Future KA an:
Kommt morgen,
Montag, den 23. September um 17:15 zur Schlossgartenhalle in Ettlingen! 

Das von der Bundesregierung am Freitag verkündete sogenannte Klimapaket ist ein SKANDAL. Im Ergebnis – darin sind sich führende Klimaforscher in Deutschland einig – ist es eine Absage an das Pariser Klimaschutzabkommen, zu dem sich Deutschland völkerrechtlich verbindlich bekannt hat. Und eine Absage an die Einhaltung der 1,5°-Grenze der Erderwärmung. 

Ab 18.00 Uhr ist in der Schlossgartenhalle Einlass zur Regionalkonferenz der SPD im Rahmen ihrer Kandidatenkür für den Parteivorsitz auf Bundesebene.
Es ist die erste Regionalkonferenz nach der Verkündigung des sogenannten Klimapakets. 

Bitte kommt zahlreich und unterstützt die Schüler*innen und Student*innen von Fridays for Future in unserem gemeinsamen Protest gegen eine Klimapolitik der großen Koalition, die uns schnurgerade in die Klimakatastrophe führt.   

Bitte verbreitet diesen Aufruf weiter.

Aufruf an Unternehmer in Karlsruhe

(von FridaysForFuture Karlsruhe)

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir von Fridays for Future Karlsruhe, schreiben Ihnen heute, da die größte Krise der Menschheitsgeschichte von der Politik weiterhin prominent ignoriert wird. Während in Brasilien der Amazonas abbrennt und in Deutschland die Kohlekraftwerke weiterlaufen, sind nach dem neusten IPCC-Bericht die Temperaturen auf den Landflächen im Durchschnitt bereits um 1,5°C angestiegen. Was nicht nach viel klingt kann entscheiden, ob Städte bewohnbar bleiben oder überschwemmt werden; es kann entscheiden, ob Ackerflächen weiterbenutzt werden können oder sich die Einwohner zukünftig auf Hungersnöte einstellen müssen; kurz gesagt: Um wie viel der globale Temperaturdurchschnitt steigen wird entscheidet über Leben und Tod – von Menschen, aber auch von vielen bedrohten Tierarten.

Deutschland, als ein reiches Industrieland, steht hier in einer besonderen Verantwortung. Schon seit über 100 Jahren, viel länger als andere Länder, nutzt Deutschland unser aller Atmosphäre als Endlager für Treibhausgase. Wenn wir die Welt wirklich noch retten wollen, wenn wir verhindern wollen, dass wir Kipppunkte erreichen, die unser Klima irreversibel verändern werden, dann müssen wir jetzt handeln – denn die Wissenschaft sagt, dass wir nur noch knapp 10 Jahre Zeit haben um einen über das 1,5°C-Ziel hinausgehenden Klimawandel zu verhindern. Die Wissenschaft sagt auch, dass der hierfür notwendige Wandel noch machbar ist! Deutschland muss hier Vorreiter sein: Als Industrieland müssen wir den Weg zum Nettonull-Land vorangehen, damit sich dann andere Länder uns anschließen können: Bereits ab 2035 darf Deutschland nicht mehr CO2-Emissionen emittieren als durch natürliche Prozesse zurückgewonnen werden können.

Damit es so kommt, brauchen wir einen breiten Konsens in der Bevölkerung, der auch auf den Straßen laut und sichtbar ist. Deshalb bitten wir Sie heute: Schließen Sie sich unserem Klimastreik am 20. September an! Bewerben Sie unseren Streik und kommen Sie mit Ihren Mitarbeiterinnen zu unserer #AlleFuersKlima Kundgebung um 11 Uhr am Friedrichsplatz in Karlsruhe! Die Demo wird ca. von 11-14 Uhr dauern, aber auch Mitstreikerinnen, die nur für eine Stunde da sind, sind gern gesehen. Unsere Erde ist es wert, dass man für Sie kämpft – wir hoffen Sie sehen das genauso!

Mit freundlichen Grüßen,
das Orga-Team von Fridays for Future Karlsruhe

Über die „Ja-aber-Sager“

Diejenigen, die von der fossilen Industrie profitieren und ihre willfährigen Lakaien in den politischen Parteien formieren ihren Gegenangriff gegen die Klimaschutz-Bewegung und besonders gegen FridaysForFuture schon seit einiger Zeit. Mit welchen geschickten Methoden dabei gearbeitet wird, darauf hat kürzlich schon Hans-Josef Fell hingewiesen.

Vor 2 Tagen lieferte der Generalsekretär der CSU, Markus Blume, ein weiteres Beispiel für den Versuch, die Bewegung zu spalten und ihr den Wind aus den Segeln zu nehmen. Oder hat jemand wirklich geglaubt, diese Partei hätte jetzt ihr grünes Gewissen entdeckt? Auf Twitter greift Blume Joko Winterscheidt persönlich an wegen dessen Aufruf zum Generalstreik. So als würde es ausreichen, 30 Millionen Bäume zu pflanzen. (Keine schlechte Idee, Bäume zu pflanzen, aber: wann fangt ihr endlich an, über ein Gesamtkonzept zu sprechen, mit dem wir die Ederwärumung auf 1,5 Grad begrenzen können? Da herrscht 1 Jahr nach dem Beginn des Klimastreiks immer noch Schweigen im Wald!)

Zeit online hat in diesem Zusammenhang gerade einen guten Artikel veröffentlicht, auf den wir Euch aufmersam machen wollen. So macht Ihr Euch fit für Diskussionen mit den Mitmenschen, die immer noch glauben, unsere Politiker bekommen das schon irgendwie in den Griff.

Und da wir gerade dabei sind: Hier noch weitere gute Artikel aus der Zeit:
Die Zeit wird knapp (vom 24.7.19)

Die Apokalypse ist leider auserzählt“ erklärt, warum es so schwer ist, dem Vorwurf des „Alarmismus“ zu begegnen, wenn wir anderen Menschen erklären wollen, dass die Klimakatastrophe allerhöchste Priorität haben muss – sehr lesenwert, finde ich!