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Mahnwache zum 36. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl

Strom aus neuen Atomkraftwerken ist ungefähr zwei- bis dreimal so teuer wie der aus neuen Photovoltaik- oder Windkraftanlagen. Nach wie vor ist kein funktionierendes Endlager für die radioaktiven Abfallstoffe in Sicht, deren gefährlichste Anteile laut Gesetzt für über 1 Million Jahre von der Biosphäre isoliert werden müssen. Katastrophale Unfälle wie die Havarie des Tschernobyl-Reaktors 1986 können auch für AKWs neuester Bauart nicht ausgeschlossen werden. Trotz all dieser Fakten wird eine zu neuem Leben erwachte Atomlobby nicht müde, die öffentliche Meinung mit dem Ziel zu bearbeiten, eine Renaissance der Atomkraft einzuläuten. Das Klimabündnis Karlsruhe tritt dieser Propaganda entschieden entgegen und unterstützt die Mahnwache am Vorabend des Tschernobyl-Tages.

Aktionstag zu globaler Klimagerechtigkeit am 4. März

Zu Beginn der MISEROR Fastenaktion “ES GEHT! GERECHT.” findet am 4. März ein Aktionstag in Karlsruhe statt. Das Vormittagsprogramm für angemeldete Teilnehmer:innen beginnt im 9:30 im Südwerk. Zur Teilnahme – in Präsenz oder online – bitte unter diesem Link anmelden. Nachmittags beginnt der öffentliche Teil um 14:30. Informationen zum Programm stehen hier zum Download bereit.

Aufruf an die Karlsruher Stadtbevölkerung: Wir Alle fürs Klima!

Liebe Karlsruher:innen,

genau zwei Jahre nach der Demonstration vom September 2019, bei der wir gemeinsam – jung und alt – mit zwanzigtausend Menschen in Karlsruhe für Klimagerechtigkeit auf der Straße waren, wenden wir uns an Sie. Wir, das sind die jungen Menschen von Fridays for Future und die über 60 Gruppen und Institutionen, die dem Klimabündnis Karlsruhe angehören. Unser Einsatz war noch nie so dringend! Denn trotz jahrzehntelanger Warnungen von Wissenschaftler:innen und fast ebenso langer, immer lauter werdender Proteste aus der Zivilbevölkerung, verschläft die Politik die Klimakrise.

Wir sind dabei, das im Pariser Klimaabkommen verbindlich festgelegte 1,5°-Ziel für die Begrenzung der Erdtemperatur zu überschreiten. Die katastrophalen Folgen, vor denen die Wissenschaft schon lange warnt, werden für uns auch bei der 1,1° Erwärmung, die wir schon erreicht haben, immer greifbarer. Tödliche Hitzewellen in allen Bereichen der Welt, Sturzfluten im Ahrtal und anderswo sind nur Vorboten der Klimakatastrophe, die uns droht, wenn wir sie jetzt nicht verhindern.

Deutschland ist Hauptverursacher der Klimakrise. Obwohl wir als vergleichsweise kleines Land für über 7% der bisherigen CO2-Emissionen verantwortlich sind, sollen die Kohlekraftwerke nach dem Willen der Regierung noch bis 2038 weiterlaufen und soll Deutschland noch bis 2045 weiterhin CO2 in die Atmosphäre blasen.

Bisher gehen die Wahlkampfdebatten jedoch an der Realität der Klimakrise völlig vorbei. Während einige Parteien ihre zerstörerische Politik der letzten Jahrzehnte fortführen wollen oder die Klimakrise gleich komplett leugnen, zeigen wissenschaftliche Analysen, dass selbst die ehrgeizigeren Wahlprogramme nicht ausreichen, um die 1,5°-Grenze einzuhalten.

Daher braucht es unseren gemeinsamen Protest! Wir gehen an diesem Freitag, dem 24. September 2021, auf die Straße und machen klar, dass es so nicht weitergehen kann. Wir rufen alle Menschen in und um Karlsruhe auf, sich uns um 15 Uhr am Rüppurrer Tor anzuschließen und für Klimagerechtigkeit und gegen die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen zu demonstrieren.

Uns rennt die Zeit davon: Die tiefgreifenden Veränderungen, die notwendig sind, um die Klimakatastrophe abzuwenden, müssen zwingend innerhalb der nächsten Legislaturperiode eingeleitet werden. Daher rufen wir Sie auf: Setzen Sie Ihre Stimme bei der Bundestagswahl für das Zustandekommen einer Regierung ein, die eine konsequenten Klimawende umsetzen kann und will! 

Wir sehen uns auf der Straße – Alle fürs Klima!

Klimabündnis Karlsruhe und Fridays for Future

Karlsruhe, den 20. September 2021

Christians for Future übergeben Forderungen an Landesbischof Professor Cornelius-Bundschuh

Die überkonfessionelle Gruppe Christians for Future (C4F) hat Forderungen für einen „neuen Aufbruch für Klimagerechtigkeit“ formuliert und sie am 16.9. öffentlichkeitswirksam an Kirchenleitungen in ganz Deutschland übergeben.

In Karlsruhe führten Vertreter:innen von ParentsForFuture gemeinsam mit Umweltteams mehrerer Kirchengemeinden die Übergabe an Landesbischof Cornelius-Bundschuh stellvetretend durch, da es hier bisher keine C4F-Gruppe gibt.

Im Anschluss an die Übergabe diskutierte die Delegation eine Stunde lang mit Bischof Cornelius-Bundschuh und dem Umweltbeauftragten der Landeskirche über Möglichkeiten, das Engagement für Klimagerechtigkeit gemeinsam zu verstärken.

Die Forderungen der Christians for Future werden von einer großen Zahl von Wissenschafter:innen und prominenten Persönlickeiten aus den kirchlichen Umfeldern unterstützt.

Weblink: https://christians4future.org/

Hungerstreik Tag 19 – Kanzlerkandidat:innen verweigern weiter das Gespräch

Als eines der radikalsten Mittel des gewaltfreien Zivilen Ungehorsams ist der unbefristete Hungerstreik in den Augen vieler Menschen eine skandalöse Zumutung. Selbst engagierte Kämpfer:innen für den Klimaschutz schauen lieber angestrengt weg, wenn sie mit dem Hungerstreik der sechs Aktivist:innen in Berlin konfrontiert werden, die heute, am 17. September, den 19. Tag ohne Nahrung sind. Selbst gute politische Freunde sprechen von Erpressung und verteidigen die Haltung von Herrn Laschet, Herrn Scholz und Frau Baerbock, die das öffentliche Gespräch mit den Hungernden mit professioneller Kühle verweigern.

Warum ist das so? Warum können wir es so schlecht ertragen, wenn Menschen aus tiefster Verzweiflung über die Zerstörung unserer Lebenswelt und ihrer Zukunft die ehrliche Auseinandersetzung mit ihren berechtigten Forderungen verlangen und – nach dem Vorbild von Mahatma Gandhi – ihre eigene Gesundheit, wenn nicht sogar ihr eigenes Leben in die Waagschale werfen?


Im ersten Abwehrimpuls greifen viele zu dem Argument, Politik dürfe sich doch nicht erpressbar machen. Würde Frau Baerbock heute beim Hungerstreik für Klimagerechtigkeit nachgeben, hungere morgen gewiss jemand von der anderen Seite gegen das Asylrecht und dem müsste sie ja dann auch nachgeben. Jedoch – diese Gefahr ist gering. Menschen, die etwas fordern, was anderen schadet, setzen selten ihr eigenes Leben dafür ein – und schon gar nicht in der speziellen gewaltfreien Art, die uns eine direkte persönliche Reaktion abfordert. Und: Schauen wir doch einmal genau hin, was die Hungerstreikenden von Berlin fordern: Ein ernsthaftes, öffentliches Gespräch über das drängendste Problem der Menschheit, das Millionen junge Menschen fast genauso in Verzweiflung und Sorge treibt wie die Streikenden. In einer Situation, in der die Politik nachweislich versagt hat und immer noch versagt – schon bei der Problembeschreibung, aber erst recht bei der Lösung.

Gewaltfreier ziviler Ungehorsam „dramatisiert“ ein schweres Unrecht. Aber nicht, indem er ein künstliches Drama erzeugt, um das Unrecht größer erscheinen zu lassen als es in Wirklichkeit ist. Nein: Dadurch, dass gewaltfreie Kämpfer:innen den eigenen Preis für ihren Akt des Ungehorsams erhöhen – sei es eine Verhaftung nach einer symbolischen Besetzung, sei es der mögliche Gesundheitsschaden durch einen Hungerstreik – dadurch zwingen sie uns hinzuschauen und die tatsächliche Monstrosität des Unrechts zu erkennen. Ich glaube, genau davor haben wir Angst. Das ist der Grund, warum wir auch den Hungerstreik der sechs jungen Menschen in Berlin so schwer ertragen können.

Ja, es ist ein himmelschreiendes, ein monströses Unrecht, das wir dem Leben, das wir den künftigen Generationen angetan haben, indem wir ihre gute Zukunft auf dem Altar des vermeintlichen Wohlstands geopfert haben.

Lasst uns da hinschauen, auch wenn es unerträglich weh tut. Schauen auch Sie bitte da hin, Frau Baerbock, Herr Laschet und Herr Scholz. Und verweigern Sie nicht weiter die Forderung der Streikenden nach dem öffentlichen Gespräch am 23. September. Diese Menschen haben sich durch das Wissen, das sie sich angeeignet haben und durch das Opfer, das sie bringen, dafür qualifiziert, dieses Gespräch mit Ihnen zu führen. Auch stellvertretend für viele Hunderttausende, die ebenso fühlen wie sie. Ich appelliere an Ihre Menschlichkeit, hinter der das politische Kalkül hier zurückstehen muss.

Ingo Laubenthal, ParentsForFuture Karlsruhe, 17. September 2021

p4f

September 14, 2021

Pressemitteilung

Die Karlsruher Gruppe der ParentsForFuture-Bewegung unterstützt die Forderungen der jungen Aktivist:innen, die am 30. August in einen unbefristeten „Hungerstreik der letzten Generation“ getreten sind, um auf die Dringlichkeit der Klimaprobleme hinzuweisen und eine Wende in der Klimapolitik Deutschlands herbeizuführen. Die Streikenden fordern ein sofortiges Gespräch mit den drei Kanzlerkandidatinnen Baerbock, Laschet und Scholz sowie deren Versprechen, in einer neuen Regierung einen Bürgerinnenrat einzuberufen, der Sofortmaßnahmen gegen die Klimakrise beraten soll.

Es liegen zahlreiche Analysen und vielseitige Lösungsansätze zur deutschen Klimapolitik auf dem Tisch. Aus Rücksicht auf Lobbyinteressen weigern sich die Regierungsparteien jedoch seit Jahrzehnten, die dringend nötigen Entscheidungen zu treffen. Die Streikenden haben deshalb recht mit ihrer Forderung nach einem Bürger:innenrat. Dieser soll – unbeeinflusst von Konzerninteressen – Vorgaben für eine Klimapolitik entwickeln, die den gesicherten Erkenntnissen der Klimawissenschaft gerecht wird und die das Überleben und Wohl der künftigen Generationen in den Mittelpunkt stellt.

Die Zeit drängt! Wir, die Vertreter der älteren Generationen, haben viel Zeit nutzlos verstreichen lassen und zu viele halbherzige Maßnahmen in der Klimapolitik ergriffen. Es ist jetzt hohe Zeit, die Wut und Verzweiflung der jungen Aktivist:innen aufzugreifen und alle Energie für ein schnelles und grundlegendes Umsteuern in der Klimapolitik einzusetzen. Die Hungerstreikenden werfen ihre Gesundheit und ihr Leben aus eige-nem Entschluss in die Waagschale. Bedroht ist aber auch das Leben unzähliger Flüchtlinge, die ihre Heimat wegen der Folgen der Klimakrise bereits heute verlassen müssen. Wir finden es empörend, dass die Kanzlerkandidat:innen bisher offenbar noch nicht einmal bereit waren, die Forderung nach einem öffentlichen Gespräch mit der Streikgruppe zu erfüllen. Die bloße Bitte z.B. von Frau Baerbock, den Hungerstreik abzubrechen, wird dem Ernst der Lage in keiner Weise gerecht.

Wir fordern Frau Baerbock, Herrn Laschet und Herrn Scholz auf: Werden Sie Ihrer Verantwortung jetzt gerecht und beenden Sie den Hungerstreik, indem Sie auf die zwei einfachen Forderungen der „Hungerstreikenden der letzten Generation“ eingehen!

Die Karlsruher Gruppe von ParentsForFuture wurde 2019 gegründet, um die Verantwortung der älteren Generationen für den Klimaschutz deutlich zu artikulieren und die Forderungen von Fridays for Future zu diskutieren und zu unterstützen.


Kontakt zu den Hungerstreikenden: Hannah Lübbert | presse@hungerstreik2021.de | 0152 0735 0960

„… Ihr habt die Zukunft der jungen Leute in der Hand …“- Rezo’s Appell an die Generation Ü60

Rezo hat ein Video speziell über das Versagen der Regierungsparteien der letzten Jahre in der Klimapolitik gemacht. Am Schluss appelliert er besonders an die Menschen über 50, bei der Bundestagswahl an die jungegeneration zu denken und eine neue Klimapoltik zu wählen. „Denn, Ihr – die Älteren – entscheidet: Allein die über 60-Jährigen haben mehr „Wahlmacht“ als alle unter 40. Allein ein Teil der Rentner entscheidet mehr über die Zukunft, als alle Menschen unter 30 Jahren“.

In einem 30-Minuten Parforce-Ritt fasst Rezo gekonnt zusammen, was in den letzten Jahren in der Klimapolitik schief lief: Angefangen beim Stand der Wissenschaft zur Klimakrise bis hin zu den (vielen) Bundestagsabgeordenten, die sich von der fossilen Industrie für lecker Geld kaufen lassen. Wenn viele Menschen dieses Video sehen, wächst die Chance auf ein Wahlergebnis, das in der kommenden Legislaturperiode echte Klimaschutzpolitik möglich macht.

Also: Verbreitet es!

Seit 30.8.: „Hungerstreik der letzten Generation“

Am 30.8. sind in Berlin sieben junge Menschen in einen unbefristeten Hungertreik getreten.

Lina Eichler, Sasha Stier, Mephisto, Simon Helmstedt, Rumen Grabow, Henning Jeschke und
Jacob Heinze haben zwei Forderungen an die Kanzlerkandidat:innen:

1. Ein sofortiges Gespräch mit Ihnen, den drei Kanzlerkandidat*innen Herrn Laschet, Herrn Scholz und Frau Baerbock, über den Mord an der jungen Generation.

2. Das Versprechen von Ihnen, in einer neuen Regierung direkt einen Bürger*innenrat einzuberufen. In diesem sollten Sofortmaßnahmen gegen die Klimakrise, unter anderem eine 100% regenerative Landwirtschaft, besprochen werden.

In diesem Video begründet Henning seinen Entschluss:
https://www.youtube.com/watch?v=luFKLEv4XAs

Die Erklärung der Hungerstreikenden findet Ihr hier im Download.

„Wann wird Karlsruhe klimaneutral?“ – Podiumsdiskussion u.a. mit Umweltbürgermeisterin Bettina Lisbach

Am Samstag, den 12.6. um 15.00 Uhr findet auf dem Kronenplatz in Karlsruhe eine öffentliche Podiumsdiskussion im Rahmen des Wissenschaftsfestivals EFFEKTE statt.

Zum Thema „Wann wird Karlsruhe klimaneutral?“ sprechen miteinander:

  • Bettina Lisbach – Umweltbürgermeisterin der Stadt Karlsruhe
  • Stefanie Heiner – Leiterin Junges Staatstheater Karslruhe
  • Dr. Volker Stelzer – Reallabor KARLA am Karlsruher Institut für Technologie
  • Ingo Laubenthal – Klimabündnis Karlsruhe

Aktuell sind bis zu 200 Zuhörer zu der Veranstaltung zugelassen (Stand vom 10.6.21)