Archiv der Kategorie: News

Über die „Ja-aber-Sager“

Diejenigen, die von der fossilen Industrie profitieren und ihre willfährigen Lakaien in den politischen Parteien formieren ihren Gegenangriff gegen die Klimaschutz-Bewegung und besonders gegen FridaysForFuture schon seit einiger Zeit. Mit welchen geschickten Methoden dabei gearbeitet wird, darauf hat kürzlich schon Hans-Josef Fell hingewiesen.

Vor 2 Tagen lieferte der Generalsekretär der CSU, Markus Blume, ein weiteres Beispiel für den Versuch, die Bewegung zu spalten und ihr den Wind aus den Segeln zu nehmen. Oder hat jemand wirklich geglaubt, diese Partei hätte jetzt ihr grünes Gewissen entdeckt? Auf Twitter greift Blume Joko Winterscheidt persönlich an wegen dessen Aufruf zum Generalstreik. So als würde es ausreichen, 30 Millionen Bäume zu pflanzen. (Keine schlechte Idee, Bäume zu pflanzen, aber: wann fangt ihr endlich an, über ein Gesamtkonzept zu sprechen, mit dem wir die Ederwärumung auf 1,5 Grad begrenzen können? Da herrscht 1 Jahr nach dem Beginn des Klimastreiks immer noch Schweigen im Wald!)

Zeit online hat in diesem Zusammenhang gerade einen guten Artikel veröffentlicht, auf den wir Euch aufmersam machen wollen. So macht Ihr Euch fit für Diskussionen mit den Mitmenschen, die immer noch glauben, unsere Politiker bekommen das schon irgendwie in den Griff.

Und da wir gerade dabei sind: Hier noch weitere gute Artikel aus der Zeit:
Die Zeit wird knapp (vom 24.7.19)

Die Apokalypse ist leider auserzählt“ erklärt, warum es so schwer ist, dem Vorwurf des „Alarmismus“ zu begegnen, wenn wir anderen Menschen erklären wollen, dass die Klimakatastrophe allerhöchste Priorität haben muss – sehr lesenwert, finde ich!

Deine Unterschrift für die Ausrufung des Klima-Notstands in Karlsruhe – und dann zur Kundgebung am Dienstag 16.7. auf den Marktplatz!

Am kommenden Dienstag, den 16.7. beschließt der Karlsruher Gemeinderat über die Ausrufung des Klima-Notstands.

Unterschreibe jetzt die Petition auf Change.org

Einer Gefahr, die man verleugnet und verdrängt, kann man nicht wirksam begegnen. Während die Folgen der menschengemachten Klimaveränderungen bereits Millionen zwingen, aus ihrer Heimat zu fliehen und so gut wie täglich Todesopfer fordern, spricht die CDU in Karlsruhe von einer „angeblichen Klimakatastrophe“. Wir fordern, dass Politik und Verwaltung den Tatsachen ins Auge sehen und den Klimaschutz mit klarer Priorität ganz nach vorne auf die Agenda setzen. Die Ausrufung des Klima-Notstands macht diese Priorität deutlich. Ihr müssen dann entschlossene Maßnahmen folgen, die sich nicht daran messen, was dem einen oder anderen in dieser Stadt wehtun könnte, sondern daran, was wir tun müssen, um eine Erwärmung der Erde um mehr als 1,5° Celsius zu verhindern.

Die Karlsruher Gruppen von Extinction Rebellion, FridaysForFuture und ParentsForFuture rufen zu einer Kundgebung am Dienstag, den 16.7. um 15.30 Uhr auf dem Marktplatz Karlsruhe auf, um die Forderung nach Ausrufung des Klimanotstands zu bekräftigen.

FridaysForFuture Karlsruhe veröffentlichen Forderungen

Auf acht Seiten hat die Ortsgruppe Karlsruhe von FridaysForFuture Ihre Forderungen für eine wirksame Klimaschutzpolitik der Stadt Karlsruhe vorgstellt. Kernpunkt: Karlsruhe soll bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden („Nettonull-Emissionen“).

Das Forderungspapier steht hier zum Download bereit.

BNN hofiert Klimakrisenleugner

Die Hoffnung, dass die Badischen Neuesten Nachrichten eine Leserbrief abdrucken, in denen auch sie selbst kritisiert werden, ist bei Ingo Laubenthal nicht sehr groß. Deshalb veröffentlicht er den Brief gleich selbst an dieser Stelle:

Zum Leserbrief „Keine Sachkenntnis“ in den BNN vom 3.7.19

97% der Klimawissenschaftler der Welt sind darüber einig, dass die menschengemachte  Zunahme der Treibhausgase in der Atmosphäre zu einer überaus gefährlichen Aufheizung führt und unbedingt schnellstens gestoppt werden muss. Da ist es schon interessant, dass sich immer wieder Laien finden, die uns mit billigen Zahlentricks vom Gegenteil überzeugen wollen. Einer von ihnen ist Dr. Hartmut Rohde, der dafür auf eine falsche und vielfach korrigierte Veröffentlichung aus dem Jahr 2010 zurückgreift – nachzulesen auf der Internetseite von „EIKE“, dem berüchtigten „Europäischen Institut für Klima & Energie“. Ach, es klingt ja so überzeugend: 96% des Kohlendioxids in der Atmosphäre stammen aus natürlichen Prozessen, nur 4% sind vom Menschen verursacht. Aber: Ein Doktor der Naturwissenschaften – auch wenn er kein Klimaforscher ist – sollte verstehen können, dass die Natur „ihre“ 96% seit Jahrtausenden auch Tag für Tag wieder resorbiert, sodass der CO2-Gehalt solange stabil blieb, bis der Mensch anfing seine 3-4% hinzuzufügen. Genau dieser menschengemachte Anteil – auch wenn er zunächst klein erscheint – zerstört das sehr labile CO2-Gleichgewicht der Erde. Es ist wie bei einer Badewanne, in die man stetig genau so viel Wasser hineinlaufen lässt, wie unten durch den Abfluss entweichen kann: dreht man den Hahn nur ein kleines bisschen mehr auf, wird die Wanne unweigerlich überlaufen. Auf die übrigen Rechenfehler und Tricksereien des früheren AFD-Kandidaten Dr. Rohde will ich nicht weiter eingehen. Bei Prof. Rahmstorf kann man dies alles längst nachlesen, z.B. unter https://kurzelinks.de/rahmstorf. Ich frage mich nur: Was veranlasst die BNN, einem so plumpen Leugner der Klimakrise eine Plattform zu bieten?

Ingo Laubenthal (Nordstadt)

Hier noch der Leserbrief, auf den Ingo sich bezieht :

Schockierende Studie eines australischen Think Tanks

Ein im Mai 2019 veröffentlichtes Papier des „Breakthrough – National Centre for Climate Restoration“ in Australien wirft u.a. ein Licht darauf, wie sich die Klimakatastrophe entwickeln würde, wenn die pessimistischeren Varianten der Voraussagen der Klimafoschung wahr würden. Die Autoren David Spratt und Ian Dunlop weisen u.a. darauf hin, dass es in den Veröffentlichungen eine Tendenz gibt, in der Bandbreite der wahrscheinlichen Entwicklungen nicht die schlimmsten Szenarien, sondern die weniger schlimmen in den Vordergrund zu stellen. Tatsächlich ist es aber schwer bis unmöglich, die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des einen oder des anderen Verlaufs genau zu ermitteln. Im Ergebnis führt das dazu, dass die Öffentlichkeit und die Politik die möglicherweise wahrscheinlichen, aber „unterbelichteten“ schwereren Verläufe ausblenden. Nach der Auffassung der Autoren werden die Risikien, denen wir gegenüberstehen, durch diesen Mechanismus systematisch unterschätzt.

„David Spratt und Ian Dunlop haben die ungeschminkte Wahrheit über die verzweifelte Situation offengelegt, in der sich die Menschheit und unser gesamter Planet befinden; sie zeichnen ein verstörendes Bild von der realen Möglichkeit, dass menschliches Leben auf der Erde auf dem Weg ist, auf schreckliche Art auszusterben.“
(Aus dem Vorwort von Admiral i.R. Chris Barrie)

Link zur Veröffenlichung:
https://docs.wixstatic.com/ugd/148cb0_a1406e0143ac4c469196d3003bc1e687.pdf

Kundgebung am Samstag vor der Europawahl

Trotz starker Konkurrenz durch das trubelige Verfassungsfest am Schloss besuchten am 25.5. um „Fünf vor Zwölf“ 150 Menschen die Kundgebung von ParentsForFuture Karlsruhe.

Die Kundgebung stand sehr im Zeichen der Europawahl, die von der ForFuture-Bewegung zur „Klimawahl“ erklärt worden war. „Wählen gehen“ war die vordringliche Botschaft, verbunden mit der Aufforderung nur solche Parteien zu wählen, die glaubwürdig für einen konsequenten Klimaschutz eintreten. Um zu diesem Punkt mehr Informationen bereitzustellen, hatte die Karlsruher ParentsForFuture-Gruppe einen „Klimawahl-o-mat“ unter der Adresse www.klimawahl-2019.eu eingerichtet. Allein in der letzten Woche vor dem Wahltag wurde die Seite mehr als eine halbe Million mal aufgerufen. Besucher konnten (und können) dort sehen, wie 23 der 41 kandidierenden Parteien konkret zu den Forderungen von FridaysForFuture stehen.

Jetzt – zum Zeitpunkt des Berichts – steht fest, dass sich die Anstrengungen der FridaysForFuture-Bewegung und ihrer Unterstützer gelohnt haben und sie die politische Landschaft erheblich verändert haben. Über 60% Wahlbeteiligung bei der Europawahl und herbe Verluste für die GroKo-Parteien, die im Klimaschutz versagt haben, zeigen, dass die Proteste bei der Bevölkerung nachhaltig gewirkt haben.

CDU verhindert Ausrufung des Klimanotstands in Karlsruhe

Konstanz, Kiel, Münster, Basel, Zürich, Irland, Großbritannien – immer mehr Städte, regionale und nationale Parlamente erklären den Klimanotstand. Was die einen als reine Symbolpolitik abtun und was Theo Westermann in den Badischen Neuesten Nachrichten als „Öko-Populismus“ verunglimpft, ist für sehr viele Menschen auf der Welt nichts anderes als eine ehrliche Situationsbeschreibung und das Ende des Augen-zu-und-durch-Prinzips, dem immer noch viel zu viele der etablierten Politiker das Wort reden.

Schadet es dem Ansehen der Stadt, wenn die Stadtväter und -mütter es wagen, den Stand der Wissenschaft zur Kenntnis zu nehmen und sich dazu bekennen, dass es nicht ausreicht, Klimaneutralität erst für 2050 anzustreben? So scheint es Oberbürgermeister Frank Mentrup zu sehen, dem die Aussage zugeschrieben wird, das Ausrufen des Klimanotstands sei purer Aktionismus. Er soll zudem gesagt haben, der Antrag von Grünen und SPD suggeriere, dass es um den Klimaschutz in Karlsruhe besonders schlecht bestellt sei.

Herr Dr. Mentrup: Wenn Sie diese Aussagen wirklich gemacht haben, fordern wir Sie dringend auf, ihre Position zu überdenken und mit dem in Klima-Angelegenheiten wacheren Teil der Karlsruher Bürgerschaft in den Dialog zu treten. Die Vorstellung, dass wir die Klimakatastrophe ohne bedeutende Einschnitte in unserer Lebensweise abwenden können, ist eine Illusion. Je früher wir uns von ihr trennen, desto eher besteht noch eine Chance, die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens und die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5° zu erreichen. Bitte hören Sie auf die Generation, deren Zukunft durch die konzernfreundliche Politik der letzten Jahrzehnte zur Disposition gestellt wurde!

Die CDU-Fraktion verhinderte die Abstimmung im Gemeinderat, indem sie durchsetzte, den Antrag an den Hauptausschuss zu verweisen. Mehr Verantwortung für die Zukunft zeigen unsere Nachbarn im Süden: Die Kantone Basel-Stadt und Zürich riefenb unlängst den Klimanotstand aus der Gemeinderat von Zürich nennt seinen Beschluss zwar nicht „Ausrufung des Klimanotstands, legt sich aber mit der Mehrheit von 85 gegen 29 Stimmen auf das Ziel fest, die Klimaneutralität schon bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Kein schlechtes Vorbild für Karlsruhe!

die Kantone

20. September 2019: Klima-Streik der Erwachsenen

Heute, am 24. Mai 2019 erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Aufruf zum Klimastreik am 20. September, der sich an Menschen in aller Welt richtet.

Urheber des Aufrufs ist eine Gruppe namhafter Intellektueller. darunter Naomi Klein (Kanada) und Noam Chomsky (USA) .

Der Text beginnt so:

Am Freitag, 20. September, werden wir auf Bitte der jungen Menschen, die rund um die Welt Schulstreiks organisieren, unsere Arbeitsplätze und Wohnungen verlassen, um einen Tag lang Maßnahmen gegen den Klimawandel zu fordern, die große, existenzielle Bedrohung der gesamten Menschheit. Es wird ein eintägiger Klima-Streik sein und der Auftakt zu einer Woche mit Klima-Aktionen auf der ganzen Welt. … (Weiter)